Die deutschen Regeln der XRechnung — was über die EN 16931 hinaus gilt

Die EN 16931 gilt in ganz Europa und lässt deshalb offen, was ein Rechnungsempfänger in Deutschland für die Bearbeitung braucht. Die XRechnung schließt diese Lücken mit eigenen Regeln: BR-DE macht Angaben zur Pflicht, die die Norm nur erlaubt, und prüft deutsche Formate wie IBAN und Skonto. BR-TMP sind die jüngsten Regeln, zuletzt ergänzt mit der Fassung vom 2. September 2026.

37 Regeln · 37 erklärt · Regelwerk v2026-08-31

Pflicht, was die Norm nur erlaubt

Die meisten BR-DE-Regeln prüfen keine neue Angabe, sondern eine, die die EN 16931 als optional führt: Ort und Postleitzahl von Verkäufer und Käufer (BR-DE-3, BR-DE-4, BR-DE-8, BR-DE-9), eine Kontaktstelle mit Telefonnummer und E-Mail-Adresse (BR-DE-2, BR-DE-5 bis BR-DE-7) und die Zahlungsangaben (BR-DE-1). Eine Rechnung, die europaweit gültig wäre, scheitert in Deutschland deshalb oft an Feldern, die im Mapping nie jemand befüllt hat.

Die bekannteste Regel der Familie ist BR-DE-15: Die Käuferreferenz (BT-10) muss angegeben sein. Bei Rechnungen an die öffentliche Verwaltung steht dort die Leitweg-ID, über die der Empfänger die Rechnung zuordnet — fehlt sie, ist die Rechnung nicht valide.

Zahlungsangaben müssen zur Zahlungsart passen

BR-DE-23, BR-DE-24 und BR-DE-25 prüfen die Zahlungsangaben gegen die gewählte Zahlungsart: Eine Überweisung braucht eine Bankverbindung (BG-17), eine Kartenzahlung Kartendaten (BG-18), eine Lastschrift Mandatsdaten (BG-19). Die Varianten mit -a melden, was fehlt, die Varianten mit -b, was zu einer anderen Zahlungsart gehört und trotzdem gefüllt ist.

Dazu kommen die Formatprüfungen: die IBAN bei Überweisung und Lastschrift (BR-DE-19, BR-DE-20), bei Lastschrift außerdem Gläubiger-ID und belastetes Konto (BR-DE-30, BR-DE-31), und das Skonto in den Zahlungsbedingungen (BR-DE-18), für das die XRechnung eine eigene Textsyntax festlegt.

BR-TMP: was mit der Fassung vom 2. September hinzukam

Mit dem Regelwerk v2026-08-31, veröffentlicht am 2. September 2026, kamen vier BR-TMP-Regeln hinzu: BR-TMP-6 und BR-TMP-7 prüfen das Format von Datumsangaben — in UBL JJJJ-MM-TT, in CII achtstellig mit format="102" —, und nach BR-TMP-4 und BR-TMP-5 darf eine Anlage (BG-24) in CII nur noch eine Bezeichnung und eine eingebettete Datei tragen. Alle vier melden eine Warnung, keinen Fehler.

BR-TMP-2 wurde mit derselben Fassung verschärft: Eine externe Dokumentadresse in BT-124 ohne vollständige URL ist seitdem ein Fehler statt einer Warnung. Wer dort einen internen Pfad verschickt, bekommt die Rechnung abgewiesen.

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