Die Kernregeln der EN 16931 — welche Angaben eine Rechnung tragen muss
Die BR-Familie ist die Grundschicht der EN 16931: sie prüft nicht, ob Ihre Zahlen stimmen, sondern ob die Felder überhaupt da sind, die eine Rechnung nach europäischem Recht ausmachen.
58 Regeln · 58 erklärt · Regelwerk v2026-08-31
Warum fast jeder BR-Fehler dieselbe Ursache hat
Diese Regeln fallen praktisch nie einzeln aus. Wer eine bestehende PDF-Rechnungsvorlage in ein XML-Mapping überführt, hat für die Felder, die auf dem Papier nie sichtbar waren, auch keine Quelle im System — und bekommt dann fünf oder zehn BR-Meldungen auf einmal.
Der schnellste Weg ist deshalb nicht, sie der Reihe nach abzuarbeiten, sondern das Mapping einmal gegen die Pflichtfeldliste zu legen. Die Felder, die dabei auffallen, sind fast immer dieselben: BT-24 (Spezifikationskennung), BT-3 (Rechnungstyp), BT-5 (Währung) und die Steuerangaben des Verkäufers.
Was diese Regeln nicht prüfen
Eine Rechnung, die alle BR-Regeln besteht, ist formal vollständig und kann trotzdem inhaltlich falsch sein: der falsche Steuersatz, die falsche Leistungsbeschreibung, der falsche Empfänger. Das BMF-Schreiben vom 15. Oktober 2025 nennt das eine eigene Fehlerklasse, und keine technische Prüfung erkennt sie.
Umgekehrt gilt: BR-Verstöße sind umsatzsteuerlich nur relevant, soweit sie eine Pflichtangabe betreffen. Eine fehlende Spezifikationskennung macht das Dokument technisch unbrauchbar, sagt aber nichts über den Vorsteuerabzug.
Alle Kernregeln
Mit dem offiziellen Regeltext. Regeln mit ausgeschriebener Erklärung tragen Ursache und Behebung direkt darunter.
- BR-01
An Invoice shall have a Specification identifier (BT-24).
- BR-02
An Invoice shall have an Invoice number (BT-1).
- BR-03
An Invoice shall have an Invoice issue date (BT-2).
- BR-04
An Invoice shall have an Invoice type code (BT-3).
- Was die Regel verlangt
- Die Rechnung muss einen Rechnungstyp (BT-3) tragen — den Code, der sagt, ob es sich um eine Rechnung, eine Gutschrift oder eine Abschlagsrechnung handelt.
- Warum sie ausgelöst wird
- Der Belegtyp ist im Quellsystem oft ein hausinternes Kürzel, für das es im Mapping keine Zuordnung gibt. Fehlt die Zuordnung, wird lieber nichts geschrieben als etwas Falsches.
- Wie Sie es beheben
- Setzen Sie BT-3 auf einen UNTDID-1001-Code — 380 für die Handelsrechnung, 381 für die Gutschrift, 384 für die Korrektur: cbc:InvoiceTypeCode in UBL, ram:TypeCode in CII. Zur Auswahl der zulässigen Codes siehe BR-DE-17.
- BR-05
An Invoice shall have an Invoice currency code (BT-5).
- Was die Regel verlangt
- Die Rechnung muss eine Rechnungswährung (BT-5) nennen. Jeder Betrag im Dokument wird in dieser Währung gelesen.
- Warum sie ausgelöst wird
- Ein Unternehmen, das nur in Euro fakturiert, führt die Währung nirgends als Feld — sie ist im Layout eingedruckt. Im strukturierten Datensatz fehlt sie dann vollständig.
- Wie Sie es beheben
- Setzen Sie BT-5 auf den ISO-4217-Code, für den deutschen Markt EUR: cbc:DocumentCurrencyCode in UBL, ram:InvoiceCurrencyCode in CII. Die Beträge tragen zusätzlich ihr eigenes currencyID-Attribut, das dazu passen muss.
- BR-06
An Invoice shall contain the Seller name (BT-27).
- Was die Regel verlangt
- Die Rechnung muss den Namen des Verkäufers (BT-27) enthalten — den vollständigen eingetragenen Namen, unter dem das Unternehmen firmiert.
- Warum sie ausgelöst wird
- Der Absender steht im Briefkopf, nicht in den Rechnungsdaten: er ist für jede Rechnung gleich und wird deshalb im Layout gepflegt statt im Datensatz. Beim Erzeugen des XML fällt er heraus.
- Wie Sie es beheben
- Setzen Sie den eingetragenen Namen in BT-27: cac:AccountingSupplierParty/cac:Party/cac:PartyLegalEntity/cbc:RegistrationName in UBL, ram:SellerTradeParty/ram:Name in CII. Der Handelsname gehört, falls abweichend, zusätzlich in BT-28.
- BR-07
An Invoice shall contain the Buyer name (BT-44).
- BR-08
An Invoice shall contain the Seller postal address (BG-5).
- BR-09
The Seller postal address (BG-5) shall contain a Seller country code (BT-40).
- Was die Regel verlangt
- Die Postanschrift des Verkäufers muss ein Länderkennzeichen (BT-40) enthalten — den zweistelligen ISO-3166-1-Code, nicht den ausgeschriebenen Ländernamen.
- Warum sie ausgelöst wird
- Adressen liegen in vielen Systemen als mehrzeiliger Freitext vor, in dem das Land die letzte Zeile ist. Beim Zerlegen in Einzelfelder bleibt genau diese Zeile übrig, weil sie keinen Code trägt.
- Wie Sie es beheben
- Übersetzen Sie das Land einmalig in den ISO-Code und setzen Sie ihn in BT-40: cac:PostalAddress/cac:Country/cbc:IdentificationCode in UBL, ram:PostalTradeAddress/ram:CountryID in CII. DE, nicht Deutschland.
- BR-10
An Invoice shall contain the Buyer postal address (BG-8).
- Was die Regel verlangt
- Die Rechnung muss die Postanschrift des Käufers (BG-8) enthalten — das Gegenstück zu BG-5 auf der Empfängerseite.
- Warum sie ausgelöst wird
- Bei Behördenrechnungen wird die Anschrift für verzichtbar gehalten, weil die Leitweg-ID die Zustellung ohnehin steuert. Die Norm verlangt die Anschrift dennoch: sie identifiziert den Leistungsempfänger, nicht den Zustellweg.
- BR-11
The Buyer postal address shall contain a Buyer country code (BT-55).
- Was die Regel verlangt
- Die Postanschrift des Käufers muss ein Länderkennzeichen (BT-55) enthalten — dieselbe Anforderung wie BR-09, auf der Empfängerseite.
- Warum sie ausgelöst wird
- Bei rein inländischen Kunden wird das Land im Debitorenstamm häufig gar nicht gepflegt, weil es sich von selbst versteht. Was sich von selbst versteht, steht in keinem Feld.
- Wie Sie es beheben
- Setzen Sie den ISO-3166-1-Code in BT-55: cac:AccountingCustomerParty/cac:Party/cac:PostalAddress/cac:Country/cbc:IdentificationCode in UBL, ram:BuyerTradeParty/ram:PostalTradeAddress/ram:CountryID in CII. Ein Standardwert im Mapping ist hier vertretbar.
- BR-12
An Invoice shall have the Sum of Invoice line net amount (BT-106).
- Was die Regel verlangt
- Die Rechnung muss die Summe der Positionsnettobeträge (BT-106) enthalten. Die Norm verlangt jeden der Summenwerte ausdrücklich — keiner darf aus den übrigen erschlossen werden.
- Warum sie ausgelöst wird
- Der Wert ist im eigenen Rechnungsobjekt selten ein Feld: er ergibt sich aus den Positionen und wird beim Anzeigen berechnet. Im Dokument muss er aber ausgeschrieben stehen.
- BR-13
An Invoice shall have the Invoice total amount without VAT (BT-109).
- Was die Regel verlangt
- Die Rechnung muss den Gesamtbetrag ohne Umsatzsteuer (BT-109) enthalten. Die Norm verlangt jeden der Summenwerte ausdrücklich — keiner darf aus den übrigen erschlossen werden.
- Warum sie ausgelöst wird
- Wer keine Rabatte oder Zuschläge auf Dokumentebene kennt, hält den Betrag für identisch mit der Positionssumme und schreibt nur einen von beiden.
- BR-14
An Invoice shall have the Invoice total amount with VAT (BT-112).
- Was die Regel verlangt
- Die Rechnung muss den Gesamtbetrag mit Umsatzsteuer (BT-112) enthalten. Die Norm verlangt jeden der Summenwerte ausdrücklich — keiner darf aus den übrigen erschlossen werden.
- Warum sie ausgelöst wird
- Der Bruttobetrag steht in der PDF-Darstellung ganz unten und wird dort formatiert erzeugt, nicht als Datenfeld geführt. Beim Mapping fehlt er deshalb.
- BR-15
An Invoice shall have the Amount due for payment (BT-115).
- Was die Regel verlangt
- Die Rechnung muss den fälligen Zahlbetrag (BT-115) enthalten. Die Norm verlangt jeden der Summenwerte ausdrücklich — keiner darf aus den übrigen erschlossen werden.
- Warum sie ausgelöst wird
- Bei Rechnungen ohne Anzahlung ist der Zahlbetrag gleich dem Bruttobetrag, und ein gleicher Wert wirkt redundant. Die Norm verlangt ihn trotzdem eigenständig.
- BR-16
An Invoice shall have at least one Invoice line (BG-25).
- BR-17
The Payee name (BT-59) shall be provided in the Invoice, if the Payee (BG-10) is different from the Seller (BG-4).
- Was die Regel verlangt
- Weicht der Zahlungsempfänger (BG-10) vom Verkäufer ab, muss sein Name (BT-59) übermittelt werden. Wer das Geld bekommt, darf nicht offenbleiben.
- Warum sie ausgelöst wird
- Die Gruppe wird angelegt, weil eine abweichende Bankverbindung übermittelt werden soll — etwa bei Factoring oder einer Konzerntochter, die zentral kassiert. Der Name gilt dabei als Nebensache, weil die IBAN die Zahlung ohnehin lenkt.
- Wie Sie es beheben
- Setzen Sie BT-59 in cac:PayeeParty/cac:PartyName/cbc:Name (UBL) beziehungsweise ram:PayeeTradeParty/ram:Name (CII) — oder lassen Sie die Gruppe ganz weg, wenn Verkäufer und Zahlungsempfänger dieselbe Partei sind.
- BR-18
The Seller tax representative name (BT-62) shall be provided in the Invoice, if the Seller (BG-4) has a Seller tax representative party (BG-11).
- Was die Regel verlangt
- Hat der Verkäufer einen steuerlichen Vertreter (BG-11), muss dessen Name (BT-62) übermittelt werden.
- Warum sie ausgelöst wird
- Die Gruppe wird meist nur angelegt, um die USt-IdNr. des Vertreters unterzubringen, weil das der steuerlich relevante Teil ist. Der Name folgt nicht mit.
- BR-19
The Seller tax representative postal address (BG-12) shall be provided in the Invoice, if the Seller (BG-4) has a Seller tax representative party (BG-11).
- Was die Regel verlangt
- Hat der Verkäufer einen steuerlichen Vertreter, muss dessen Postanschrift (BG-12) übermittelt werden — dieselbe Anforderung wie BR-08, für eine dritte Partei.
- Warum sie ausgelöst wird
- Der Vertreter ist im Stammdatensatz oft nur ein Name und eine Steuernummer; eine vollständige Anschrift wird für ihn nicht gepflegt, weil an ihn nichts versendet wird.
- Wie Sie es beheben
- Legen Sie cac:TaxRepresentativeParty/cac:PostalAddress an (CII: ram:SellerTaxRepresentativeTradeParty/ram:PostalTradeAddress). Das Länderkennzeichen darin fordert BR-20.
- BR-20
The Seller tax representative postal address (BG-12) shall contain a Tax representative country code (BT-69), if the Seller (BG-4) has a Seller tax representative party (BG-11).
- BR-21
Each Invoice line (BG-25) shall have an Invoice line identifier (BT-126).
- Was die Regel verlangt
- Jede Rechnungsposition (BG-25) muss eine Positionsnummer (BT-126) tragen. Sie ist der Anker, über den der Empfänger eine einzelne Zeile bespricht oder reklamiert.
- Warum sie ausgelöst wird
- Positionen entstehen als Liste, deren Reihenfolge implizit die Nummer ist. Beim Serialisieren wird der Index nicht mitgeschrieben, weil er im Quellobjekt kein Feld war.
- Wie Sie es beheben
- Vergeben Sie eine je Rechnung eindeutige Nummer in BT-126: cbc:ID in cac:InvoiceLine (UBL), ram:AssociatedDocumentLineDocument/ram:LineID (CII). Eine fortlaufende Zahl ab 1 genügt.
- BR-22
Each Invoice line (BG-25) shall have an Invoiced quantity (BT-129).
- Was die Regel verlangt
- Jede Rechnungsposition muss eine berechnete Menge (BT-129) tragen — auch dann, wenn es sich um eine Pauschale handelt.
- Warum sie ausgelöst wird
- Bei Dienstleistungen und Pauschalen gibt es im Quellsystem keine Menge, nur einen Betrag. Das Feld bleibt leer, weil es inhaltlich nichts zu sagen scheint.
- Wie Sie es beheben
- Schreiben Sie bei einer Pauschale die Menge 1 und den Betrag als Einzelpreis: cbc:InvoicedQuantity in UBL, ram:BilledQuantity in CII. Die Maßeinheit dazu fordert BR-23.
- BR-23
An Invoice line (BG-25) shall have an Invoiced quantity unit of measure code (BT-130).
- Was die Regel verlangt
- Die berechnete Menge muss eine Maßeinheit (BT-130) tragen — einen Code aus UN/ECE Recommendation 20, nicht das eigene Kürzel aus dem Artikelstamm.
- Warum sie ausgelöst wird
- Systeme führen Einheiten als Text: Stk, Std, kg. Der Code dazu ist eine Übersetzung, die im Mapping erst angelegt werden muss, und ohne sie bleibt das Attribut leer.
- Wie Sie es beheben
- Setzen Sie das unitCode-Attribut an cbc:InvoicedQuantity (UBL) beziehungsweise ram:BilledQuantity (CII): C62 für Stück, HUR für Stunden, KGM für Kilogramm, MTR für Meter.
- BR-24
Each Invoice line (BG-25) shall have an Invoice line net amount (BT-131).
- Was die Regel verlangt
- Jede Rechnungsposition muss einen Nettobetrag (BT-131) tragen — den Betrag der Zeile ohne Umsatzsteuer.
- Warum sie ausgelöst wird
- Der Betrag wird beim Anzeigen aus Menge und Preis berechnet und deshalb nicht als eigenes Feld geführt. Im Dokument muss er aber stehen, und zwar so, dass er zur Rechnung aufgeht.
- Wie Sie es beheben
- Schreiben Sie den Zeilenbetrag in cbc:LineExtensionAmount (UBL) beziehungsweise ram:LineTotalAmount (CII). Wie er sich aus Menge, Preis und Rabatten ergeben muss, prüft PEPPOL-EN16931-R120.
- BR-25
Each Invoice line (BG-25) shall contain the Item name (BT-153).
- BR-26
Each Invoice line (BG-25) shall contain the Item net price (BT-146).
- Was die Regel verlangt
- Jede Rechnungsposition muss einen Nettopreis (BT-146) tragen — den Preis je Einheit nach Abzug eines Preisnachlasses.
- Warum sie ausgelöst wird
- Bei Pauschalen und bei Positionen, die nur einen Gesamtbetrag kennen, wird kein Einzelpreis geführt. Die Zeile trägt dann einen Betrag, aber nichts, woraus er entstünde.
- Wie Sie es beheben
- Schreiben Sie den Einzelpreis in cac:Price/cbc:PriceAmount (UBL) beziehungsweise ram:NetPriceProductTradePrice/ram:ChargeAmount (CII). Bei einer Pauschale ist der Einzelpreis der Gesamtbetrag bei Menge 1.
- BR-27
The Item net price (BT-146) shall NOT be negative.
- BR-28
The Item gross price (BT-148) shall NOT be negative.
- BR-29
If both Invoicing period start date (BT-73) and Invoicing period end date (BT-74) are given then the Invoicing period end date (BT-74) shall be later or equal to the Invoicing period start date (BT-73).
- Was die Regel verlangt
- Sind Beginn und Ende des Abrechnungszeitraums angegeben, muss das Ende auf oder nach dem Beginn liegen.
- Warum sie ausgelöst wird
- Der Zeitraum wird aus zwei Feldern gefüllt, die getrennt gepflegt werden. Ein Tippfehler im Jahr, oder ein Ende, das aus dem Vormonat stehen blieb, dreht die Reihenfolge um.
- Wie Sie es beheben
- Prüfen Sie die Reihenfolge, bevor Sie cac:InvoicePeriod schreiben (CII: ram:BillingSpecifiedPeriod). Ein eintägiger Zeitraum mit identischem Beginn und Ende ist zulässig.
- BR-30
If both Invoice line period start date (BT-134) and Invoice line period end date (BT-135) are given then the Invoice line period end date (BT-135) shall be later or equal to the Invoice line period start date (BT-134).
- Was die Regel verlangt
- Sind Beginn und Ende eines Positionszeitraums angegeben, muss das Ende auf oder nach dem Beginn liegen — dieselbe Prüfung wie BR-29, je Position.
- Warum sie ausgelöst wird
- Positionszeiträume entstehen in einer Schleife aus Vertragsdaten. Läuft ein Vertrag über den Jahreswechsel, wird das Jahr an einem der beiden Daten gern falsch berechnet.
- Wie Sie es beheben
- Prüfen Sie die Reihenfolge je Position, bevor Sie cac:InvoicePeriod innerhalb von cac:InvoiceLine schreiben. Dass der Zeitraum zusätzlich in den Rechnungszeitraum passen muss, fordern PEPPOL-EN16931-R110 und R111.
- BR-31
Each Document level allowance (BG-20) shall have a Document level allowance amount (BT-92).
- Was die Regel verlangt
- Jeder Abschlag auf Dokumentebene (BG-20) muss einen Betrag (BT-92) tragen. Ein Ab- oder Zuschlag ohne Betrag verändert nichts und gehört dann nicht ins Dokument.
- Warum sie ausgelöst wird
- Der Rabatt wird bereits in die Positionsbeträge eingerechnet und die Gruppe nur noch zur Erläuterung angelegt — mit Grund, aber ohne Betrag.
- Wie Sie es beheben
- Schreiben Sie den Betrag in cbc:Amount im cac:AllowanceCharge (UBL) beziehungsweise ram:ActualAmount im ram:SpecifiedTradeAllowanceCharge (CII). Zur Beziehung zwischen Betrag, Grundbetrag und Prozentsatz siehe PEPPOL-EN16931-R040.
- BR-32
Each Document level allowance (BG-20) shall have a Document level allowance VAT category code (BT-95).
- Was die Regel verlangt
- Jeder Abschlag auf Dokumentebene (BG-20) muss einen Umsatzsteuer-Kategoriecode (BT-95) tragen. Er entscheidet, in welchen Block der Steueraufschlüsselung der Betrag einfließt.
- Warum sie ausgelöst wird
- Der Ab- oder Zuschlag wird als reine Betragsposition gedacht, nicht als etwas Steuerbares. Erst die Aufschlüsselung braucht die Zuordnung — und findet sie dann nicht.
- Wie Sie es beheben
- Setzen Sie BT-95 in cac:AllowanceCharge/cac:TaxCategory/cbc:ID mit cbc:Percent und cac:TaxScheme (UBL) beziehungsweise ram:CategoryTradeTax in CII. Es ist derselbe Kategoriecode wie auf den Positionen — S, E, Z, AE.
- BR-33
Each Document level allowance (BG-20) shall have a Document level allowance reason (BT-97) or a Document level allowance reason code (BT-98).
- Was die Regel verlangt
- Jeder Abschlag auf Dokumentebene (BG-20) muss einen Grund tragen — im Klartext (BT-97), als Code (BT-98) oder beides. Ein Betrag ohne Begründung ist für den Empfänger nicht prüfbar.
- Warum sie ausgelöst wird
- Diese Regel und BR-CO-21 sind dieselbe Prüfung, in der Norm zweimal formuliert. Sie melden sich immer gemeinsam: ein fehlender Grund erzeugt zwei Fehlercodes, nicht zwei Fehler.
- BR-36
Each Document level charge (BG-21) shall have a Document level charge amount (BT-99).
- Was die Regel verlangt
- Jeder Zuschlag auf Dokumentebene (BG-21) muss einen Betrag (BT-99) tragen. Ein Ab- oder Zuschlag ohne Betrag verändert nichts und gehört dann nicht ins Dokument.
- Warum sie ausgelöst wird
- Fracht- und Verpackungskosten werden als Text im Rechnungsfuß geführt. Die Gruppe entsteht aus diesem Text, und der Betrag steckt darin statt in einem eigenen Feld.
- Wie Sie es beheben
- Schreiben Sie den Betrag in cbc:Amount im cac:AllowanceCharge (UBL) beziehungsweise ram:ActualAmount im ram:SpecifiedTradeAllowanceCharge (CII). Zur Beziehung zwischen Betrag, Grundbetrag und Prozentsatz siehe PEPPOL-EN16931-R040.
- BR-37
Each Document level charge (BG-21) shall have a Document level charge VAT category code (BT-102).
- Was die Regel verlangt
- Jeder Zuschlag auf Dokumentebene (BG-21) muss einen Umsatzsteuer-Kategoriecode (BT-102) tragen. Er entscheidet, in welchen Block der Steueraufschlüsselung der Betrag einfließt.
- Warum sie ausgelöst wird
- Der Ab- oder Zuschlag wird als reine Betragsposition gedacht, nicht als etwas Steuerbares. Erst die Aufschlüsselung braucht die Zuordnung — und findet sie dann nicht.
- Wie Sie es beheben
- Setzen Sie BT-102 in cac:AllowanceCharge/cac:TaxCategory/cbc:ID mit cbc:Percent und cac:TaxScheme (UBL) beziehungsweise ram:CategoryTradeTax in CII. Es ist derselbe Kategoriecode wie auf den Positionen — S, E, Z, AE.
- BR-38
Each Document level charge (BG-21) shall have a Document level charge reason (BT-104) or a Document level charge reason code (BT-105).
- Was die Regel verlangt
- Jeder Zuschlag auf Dokumentebene (BG-21) muss einen Grund tragen — im Klartext (BT-104), als Code (BT-105) oder beides. Ein Betrag ohne Begründung ist für den Empfänger nicht prüfbar.
- Warum sie ausgelöst wird
- Diese Regel und BR-CO-22 sind dieselbe Prüfung, in der Norm zweimal formuliert. Sie melden sich immer gemeinsam: ein fehlender Grund erzeugt zwei Fehlercodes, nicht zwei Fehler.
- BR-41
Each Invoice line allowance (BG-27) shall have an Invoice line allowance amount (BT-136).
- Was die Regel verlangt
- Jeder Abschlag auf Positionsebene (BG-27) muss einen Betrag (BT-136) tragen. Ein Ab- oder Zuschlag ohne Betrag verändert nichts und gehört dann nicht ins Dokument.
- Warum sie ausgelöst wird
- Positionsrabatte kommen aus der Preisfindung als Prozentsatz. Der Prozentsatz wird übernommen, der daraus folgende Betrag nicht ausgerechnet.
- Wie Sie es beheben
- Schreiben Sie den Betrag in cbc:Amount im cac:AllowanceCharge (UBL) beziehungsweise ram:ActualAmount im ram:SpecifiedTradeAllowanceCharge (CII). Zur Beziehung zwischen Betrag, Grundbetrag und Prozentsatz siehe PEPPOL-EN16931-R040.
- BR-42
Each Invoice line allowance (BG-27) shall have an Invoice line allowance reason (BT-139) or an Invoice line allowance reason code (BT-140).
- BR-43
Each Invoice line charge (BG-28) shall have an Invoice line charge amount (BT-141).
- BR-44
Each Invoice line charge (BG-28) shall have an Invoice line charge reason (BT-144) or an Invoice line charge reason code (BT-145).
- Was die Regel verlangt
- Jeder Zuschlag auf Positionsebene (BG-28) muss einen Grund tragen — im Klartext (BT-144), als Code (BT-145) oder beides. Ein Betrag ohne Begründung ist für den Empfänger nicht prüfbar.
- Warum sie ausgelöst wird
- Diese Regel und BR-CO-24 sind dieselbe Prüfung, in der Norm zweimal formuliert. Sie melden sich immer gemeinsam: ein fehlender Grund erzeugt zwei Fehlercodes, nicht zwei Fehler.
- BR-45
Each VAT breakdown (BG-23) shall have a VAT category taxable amount (BT-116).
- Was die Regel verlangt
- Jeder Block der Steueraufschlüsselung (BG-23) muss den Nettobetrag der Kategorie (BT-116) enthalten. Die Aufschlüsselung ist die Stelle, an der die Steuer nachvollziehbar wird.
- Warum sie ausgelöst wird
- Die Aufschlüsselung wird aus den Steuerbeträgen gebaut, weil die auf der Rechnung sichtbar sind. Die zugehörige Bemessungsgrundlage ist ein Zwischenergebnis und wird nicht mitgeschrieben.
- Wie Sie es beheben
- Schreiben Sie BT-116 in cac:TaxTotal/cac:TaxSubtotal/cbc:TaxableAmount (UBL) beziehungsweise ram:BasisAmount im ram:ApplicableTradeTax (CII). Wie Bemessungsgrundlage, Satz und Steuerbetrag zusammenpassen müssen, prüft BR-CO-17.
- BR-46
Each VAT breakdown (BG-23) shall have a VAT category tax amount (BT-117).
- Was die Regel verlangt
- Jeder Block der Steueraufschlüsselung (BG-23) muss den Steuerbetrag der Kategorie (BT-117) enthalten. Die Aufschlüsselung ist die Stelle, an der die Steuer nachvollziehbar wird.
- Warum sie ausgelöst wird
- Bei steuerfreien Kategorien wirkt ein Steuerbetrag von 0 wie eine Nichtangabe und wird weggelassen. Die Norm verlangt die Null ausdrücklich.
- Wie Sie es beheben
- Schreiben Sie BT-117 in cac:TaxTotal/cac:TaxSubtotal/cbc:TaxAmount (UBL) beziehungsweise ram:CalculatedAmount im ram:ApplicableTradeTax (CII). Wie Bemessungsgrundlage, Satz und Steuerbetrag zusammenpassen müssen, prüft BR-CO-17.
- BR-47
Each VAT breakdown (BG-23) shall be defined through a VAT category code (BT-118).
- BR-48
Each VAT breakdown (BG-23) shall have a VAT category rate (BT-119), except if the Invoice is not subject to VAT.
- Was die Regel verlangt
- Jeder Block der Steueraufschlüsselung muss einen Steuersatz (BT-119) tragen, außer die Rechnung unterliegt gar nicht der Umsatzsteuer.
- Warum sie ausgelöst wird
- Bei steuerfreien Kategorien wird der Satz weggelassen, weil es keinen gibt. Die Norm will dort ausdrücklich die 0 sehen — die Aussage „null Prozent“ unterscheidet sich von „kein Wert“.
- Wie Sie es beheben
- Setzen Sie BT-119 in cac:TaxSubtotal/cac:TaxCategory/cbc:Percent (UBL) beziehungsweise ram:RateApplicablePercent (CII), bei E, Z und AE ausdrücklich als 0. Für den deutschen Prüfweg gilt zusätzlich BR-DE-14.
- BR-49
A Payment instruction (BG-16) shall specify the Payment means type code (BT-81).
- Was die Regel verlangt
- Eine Zahlungsanweisung (BG-16) muss den Zahlungsmittel-Code (BT-81) nennen — die Angabe, auf welchem Weg gezahlt werden soll.
- Warum sie ausgelöst wird
- Die Gruppe wird angelegt, um die IBAN unterzubringen, und die IBAN scheint den Weg schon zu erklären. Für die automatische Verarbeitung ist der Code aber das entscheidende Feld, nicht die Kontonummer.
- Wie Sie es beheben
- Setzen Sie einen UNTDID-4461-Code in cbc:PaymentMeansCode (UBL) beziehungsweise ram:TypeCode (CII): 58 für SEPA-Überweisung, 59 für SEPA-Lastschrift, 30 für die allgemeine Überweisung, 48 für Kartenzahlung.
- BR-50
A Payment account identifier (BT-84) shall be present if Credit transfer (BG-16) information is provided in the Invoice.
- Was die Regel verlangt
- Wird eine Überweisung als Zahlungsweg angegeben, muss die Kontokennung des Zahlungsempfängers (BT-84) dabeistehen. Eine Aufforderung zu überweisen braucht ein Ziel.
- Warum sie ausgelöst wird
- Die Bankverbindung steht im Rechnungsfuß der PDF-Darstellung und wird im strukturierten Datensatz nicht wiederholt, weil sie dort für den Menschen bereits sichtbar ist.
- Wie Sie es beheben
- Schreiben Sie die IBAN in cac:PaymentMeans/cac:PayeeFinancialAccount/cbc:ID (UBL) beziehungsweise ram:PayeePartyCreditorFinancialAccount/ram:IBANID (CII). Zur Richtigkeit der IBAN siehe BR-DE-19.
- BR-51
In accordance with card payments security standards an invoice should never include a full card primary account number (BT-97). At the moment PCI Security Standards Council has defined that the first 6 digits and last 4 digits are the maximum number of digits to be shown.
- BR-52
Each Additional supporting document (BG-24) shall contain a Supporting document reference (BT-122).
- Was die Regel verlangt
- Jede zusätzliche Belegangabe (BG-24) muss eine Kennung (BT-122) tragen — die Nummer, unter der der Beleg beim Empfänger auffindbar ist.
- Warum sie ausgelöst wird
- Die Gruppe wird angelegt, um einen Anhang mitzuschicken, und der Anhang trägt einen Dateinamen. Eine Kennung für den Beleg selbst wird dabei nicht vergeben, weil der Dateiname als Bezeichnung genügt.
- Wie Sie es beheben
- Setzen Sie BT-122 in cac:AdditionalDocumentReference/cbc:ID (UBL) beziehungsweise ram:AdditionalReferencedDocument/ram:IssuerAssignedID (CII). Zur Eindeutigkeit der Dateinamen bei mehreren Anhängen siehe BR-DE-22.
- BR-53
If the VAT accounting currency code (BT-6) is present, then the Invoice total VAT amount in accounting currency (BT-111) shall be provided.
- Was die Regel verlangt
- Ist eine abweichende Steuerwährung (BT-6) angegeben, muss auch die Steuersumme in dieser Währung (BT-111) übermittelt werden. Die Währung allein sagt noch keinen Betrag.
- Warum sie ausgelöst wird
- BT-6 wird aus dem Mandanten oder einer Vorlage gesetzt, die Umrechnung des Steuerbetrags aber nicht ausgelöst — sie braucht einen Kurs, den das Rechnungsobjekt nicht kennt.
- Wie Sie es beheben
- Schreiben Sie den umgerechneten Steuerbetrag in ein zweites cac:TaxTotal ohne cac:TaxSubtotal, mit currencyID der Steuerwährung (UBL) — oder lassen Sie BT-6 weg. Wie viele solcher Blöcke zulässig sind, regelt PEPPOL-EN16931-R054, das Vorzeichen R055.
- BR-54
Each Item attribute (BG-32) shall contain an Item attribute name (BT-160) and an Item attribute value (BT-161).
- BR-55
Each Preceding Invoice reference (BG-3) shall contain a Preceding Invoice reference (BT-25).
- Was die Regel verlangt
- Jeder Verweis auf eine vorausgegangene Rechnung (BG-3) muss deren Nummer (BT-25) enthalten. Ohne sie verweist die Gruppe auf nichts Bestimmtes.
- Warum sie ausgelöst wird
- Die Gruppe wird angelegt, um das Datum der Ursprungsrechnung mitzugeben, oder sie entsteht leer aus einer Vorlage für Korrekturen. Die Nummer liegt in einem anderen Feld als erwartet.
- Wie Sie es beheben
- Setzen Sie BT-25 in cac:BillingReference/cac:InvoiceDocumentReference/cbc:ID (UBL) beziehungsweise ram:InvoiceReferencedDocument/ram:IssuerAssignedID (CII). Wann der Verweis überhaupt verlangt wird, steht in BR-DE-26.
- BR-56
Each Seller tax representative party (BG-11) shall have a Seller tax representative VAT identifier (BT-63).
- Was die Regel verlangt
- Jeder steuerliche Vertreter (BG-11) muss seine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (BT-63) tragen. Ohne sie ist die Vertretung steuerlich nicht nachvollziehbar.
- Warum sie ausgelöst wird
- Der Vertreter wird als weitere Adresse behandelt und wie eine Adresse gemappt — Name, Ort, Land. Dass hier eine Steuerkennung zwingend ist und nicht nur nützlich, geht dabei unter.
- Wie Sie es beheben
- Setzen Sie BT-63 in cac:TaxRepresentativeParty/cac:PartyTaxScheme/cbc:CompanyID mit cac:TaxScheme/cbc:ID = VAT (UBL) beziehungsweise ram:SpecifiedTaxRegistration/ram:ID des Vertreters (CII). Das Länderpräfix fordert BR-CO-09.
- BR-57
Each Deliver to address (BG-15) shall contain a Deliver to country code (BT-80).
- BR-61
If the Payment means type code (BT-81) means SEPA credit transfer, Local credit transfer or Non-SEPA international credit transfer, the Payment account identifier (BT-84) shall be present.
- BR-62
The Seller electronic address (BT-34) shall have a Scheme identifier.
- Was die Regel verlangt
- Wird die elektronische Adresse des Verkäufers (BT-34) übermittelt, muss sie ein Schema-Attribut tragen. Das Attribut sagt, aus welchem Verzeichnis die Kennung stammt — ohne das ist sie nur eine Zeichenkette.
- Warum sie ausgelöst wird
- Die Adresse wird als einfache Zeichenkette gemappt, weil sie im Quellsystem eine ist. Das Schema-Attribut daneben hat dort kein Gegenstück und bleibt leer.
- Wie Sie es beheben
- Setzen Sie das Attribut schemeID an cac:AccountingSupplierParty/cac:Party/cbc:EndpointID — in CII das entsprechende schemeID am selben Element. BR-20 fordert die Adresse selbst.
- BR-63
The Buyer electronic address (BT-49) shall have a Scheme identifier.
- Was die Regel verlangt
- Wird die elektronische Adresse des Käufers (BT-49) übermittelt, muss sie ein Schema-Attribut tragen. Das Attribut sagt, aus welchem Verzeichnis die Kennung stammt — ohne das ist sie nur eine Zeichenkette.
- Warum sie ausgelöst wird
- Dieselbe Ursache wie bei BR-62, mit einer Zuspitzung: bei Behörden wird die Leitweg-ID als Adresse eingetragen, und dann ist das Schema 9958 und nicht EM — die Wahl fällt nur auf, wenn es das Feld überhaupt gibt.
- Wie Sie es beheben
- Setzen Sie das Attribut schemeID an cac:AccountingCustomerParty/cac:Party/cbc:EndpointID — in CII das entsprechende schemeID am selben Element. PEPPOL-EN16931-R010 fordert die Adresse selbst.
- BR-64
The Item standard identifier (BT-157) shall have a Scheme identifier.
- Was die Regel verlangt
- Wird die Artikelkennung nach Standard (BT-157) übermittelt, muss sie ein Schema-Attribut tragen. Das Attribut sagt, aus welchem Verzeichnis die Kennung stammt — ohne das ist sie nur eine Zeichenkette.
- Warum sie ausgelöst wird
- Die GTIN steht im Artikelstamm als Zahl. Dass sie zusätzlich sagen muss, aus welchem Nummernkreis sie stammt, ergibt sich aus dem eigenen System nicht.
- Wie Sie es beheben
- Setzen Sie das Attribut schemeID an cac:Item/cac:StandardItemIdentification/cbc:ID — in CII das entsprechende schemeID am selben Element. 0160 steht für die GTIN.
- BR-65
The Item classification identifier (BT-158) shall have a Scheme identifier.
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