Leitweg-ID

Leitweg-ID: Aufbau, Prüfziffer und die Fehler, die sie auslöst

Die Leitweg-ID ist die Adresse, an die eine Rechnung an die öffentliche Verwaltung geroutet wird. Sie hat ein festes Format mit Prüfziffer — hier steht, wie es aufgebaut ist, woher Sie Ihre ID bekommen, und was schiefgeht, wenn eine Ziffer verrutscht.

Ihre Leitweg-ID prüfen

Aufbau, Zeichenvorrat und Prüfziffer nach der Format-Spezifikation 2.0.2. Die Prüfung läuft im Browser.

Die Prüfung läuft in Ihrem Browser. Die eingegebene ID verlässt das Gerät nicht.

Was die Leitweg-ID ist

Wer an eine deutsche Behörde elektronisch fakturiert, schickt die Rechnung nicht an eine E-Mail-Adresse, sondern an ein Rechnungseingangsportal, hinter dem hunderte oder tausende Stellen hängen. Die Leitweg-ID sagt dem Portal, welche davon gemeint ist. Sie ist eine Adressierung, kein Identifikator des Unternehmens und keine Steuernummer.

Sie ist bei der ISO/IEC 6523 als eigenes Schema registriert und wird in der XRechnung im Feld Käuferreferenz (BT-10) übertragen — in UBL als cbc:BuyerReference, in CII als ram:BuyerReference. Genau deshalb steht sie auf dieser Seite: die häufigste deutsche Ablehnung hängt an diesem einen Feld.

Woher Sie Ihre Leitweg-ID bekommen

Vom Rechnungsempfänger. Es gibt kein öffentliches Verzeichnis, in dem Sie die Leitweg-ID Ihres Kunden nachschlagen können — die Behörde vergibt sie und muss sie Ihnen mitteilen, in der Regel in der Bestellung, im Vertrag oder auf Nachfrage bei der bestellenden Stelle.

Das ist der Punkt, an dem die meiste Zeit verloren geht. Eine Leitweg-ID lässt sich nicht ausrechnen und nicht erraten: die Feinadressierung hinter der Grobadressierung vergibt jedes Land und jede Bundesbehörde nach einem eigenen System, und dieselbe Behörde kann für verschiedene Ämter oder Verfahren verschiedene IDs führen. Fragen Sie deshalb nach der ID für genau diesen Auftrag, nicht nach „der ID der Stadt“.

Ein Prüfer wie der auf dieser Seite kann Ihnen sagen, dass eine ID formal in Ordnung ist. Ob sie zu Ihrem Empfänger gehört, wissen nur Sie und der Empfänger — diese Zuordnung steht in keinem Register, das jemand von außen lesen könnte.

Der Aufbau

Drei Bestandteile, getrennt durch Bindestrich-Minus: Grobadressierung, optionale Feinadressierung, zweistellige Prüfziffer. Insgesamt 5 bis 46 Zeichen.

04011000-1234512345-06

Grobadressierung: 2 bis 12 Ziffern

Rein numerisch und aus vier Elementen zusammengesetzt, von denen jedes nur entfallen darf, wenn auch alle folgenden entfallen:

StellenBedeutung
2Kennzahl des Bundeslandes oder des Bundes
1Kennzahl des Regierungsbezirks (Pflicht, sobald der Landkreis folgt)
2Kennzahl des Landkreises (Pflicht, sobald die Gemeinde folgt)
3, 4 oder 7Gemeindeverband und/oder Gemeindekennzahl

Daraus folgt etwas, das kein Dokument ausdrücklich sagt und das trotzdem jede Prüfung vereinfacht: eine Grobadressierung kann nur 2, 3, 5, 8, 9 oder 12 Stellen haben. Vier oder sechs Stellen sind aus dieser Tabelle nicht zusammensetzbar — wer sie sieht, hat eine Ziffer verloren.

Die ersten beiden Ziffern

01 Schleswig-Holstein

02 Hamburg

03 Niedersachsen

04 Bremen

05 Nordrhein-Westfalen

06 Hessen

07 Rheinland-Pfalz

08 Baden-Württemberg

09 Bayern

10 Saarland

11 Berlin

12 Brandenburg

13 Mecklenburg-Vorpommern

14 Sachsen

15 Sachsen-Anhalt

16 Thüringen

99 Bund

Feinadressierung: optional, bis 30 Zeichen

Buchstaben A–Z (nicht case-sensitiv) und Ziffern 0–9. Sie wird von Bund und Ländern frei belegt, hat also außerhalb der jeweiligen Behörde keine ableitbare Bedeutung. Die Spezifikation empfiehlt, sie mit einem Buchstaben beginnen zu lassen — der Grund steht gleich unten bei der Prüfziffer.

Prüfziffer: zwei Ziffern

Berechnet nach ISO/IEC 7064:2003, Verfahren Modulo 97-10 — dasselbe, das die IBAN benutzt. Sie ist nicht frei wählbar, sondern ergibt sich aus Grob- und Feinadressierung.

  1. Grob- und Feinadressierung ohne Bindestriche aneinanderhängen: 040110001234512345
  2. Buchstaben durch ihre Position im Alphabet ersetzen, beginnend bei A = 10 bis Z = 35. (Im Beispiel gibt es keine.)
  3. Zwei Nullen anhängen: 04011000123451234500
  4. Modulo 97 rechnen: Rest 92.
  5. Den Rest von 98 abziehen: 98 − 92 = 06. Einstellige Ergebnisse werden mit einer führenden Null geschrieben.

Prüfen geht in einem Schritt: die vollständige ID ohne Bindestriche und nach der Buchstaben-Übersetzung modulo 97 muss 1 ergeben.

Die Fehler, die tatsächlich passieren

Der falsche Bindestrich
Aus einem Word-Dokument oder einem PDF kopiert, ist das Trennzeichen oft ein Halbgeviertstrich (–) oder ein geschützter Bindestrich, nicht das verlangte Bindestrich-Minus U+002D. Die ID sieht richtig aus und wird abgewiesen. Der Prüfer oben nennt das Zeichen und zeigt die korrigierte Fassung.
Der verrutschte Bindestrich
Weil der Bindestrich nicht in die Prüfziffer eingeht, haben 04011000-1234512345 und 040110001-234512345 dieselbe Prüfziffer. Die Prüfziffer kann diesen Fehler also nicht sehen — deswegen empfiehlt die Spezifikation, die Feinadressierung mit einem Buchstaben zu beginnen: dann ist die falsche Position sofort ein Buchstabe in der rein numerischen Grobadressierung und fällt auf.
Zahlendreher
Genau der Fehler, für den die Prüfziffer da ist. Wenn der Prüfer eine andere Prüfziffer erwartet als die angegebene, ist meistens nicht die Prüfziffer falsch abgeschrieben, sondern eine Ziffer davor.
Leerzeichen und unsichtbare Zeichen
Führende und folgende Leerzeichen aus der Zwischenablage, oder ein Leerzeichen um die Bindestriche herum, weil die ID in einem Fließtext stand. Für das Zielsystem ist das ein anderer Wert.
Die ID fehlt ganz
Das ist dann kein Format-Problem mehr, sondern BR-DE-15 — die Regel, die eine fehlende Käuferreferenz meldet.

Die ganze Rechnung prüfen

Eine formal gültige Leitweg-ID ist eine von rund 300 Regeln. Der Validator prüft die vollständige Rechnung gegen das offizielle KoSIT-Regelwerk und erklärt jeden Fund im Klartext.

Quelle: Leitweg-ID Format-Spezifikation 2.0.2, Koordinierungsstelle für IT-Standards, Fassung vom 28. Juli 2021. Diese Seite gibt die dort festgelegten Regeln wieder; maßgeblich ist die Spezifikation.