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ZUGFeRD Extended oder XRechnung: was die öffentliche Verwaltung annimmt

Viele Rechnungsprogramme bieten ein Auswahlfeld mit Basic, Comfort, Extended und XRechnung — und manche empfehlen Extended. Für Rechnungen an Behörden ist das die falsche Wahl, und der Grund ist überprüfbar.

Der Befund

Wir haben eine Datei aus dem öffentlichen Generator eines deutschen Buchhaltungsanbieters durch unseren Validator geschickt. Sie kam zurück als Factur-X 1.0 EXTENDED, CII, PDF/A-3B. Das Prüfergebnis: businessRulesEvaluated: false, kein passendes Szenario, keine Findings.

„Keine Findings" heißt hier nicht „fehlerfrei". Es heißt, dass gar nicht geprüft wurde. Die offizielle KoSIT-Konfiguration zur XRechnung kennt für die EXTENDED-Guideline kein Szenario, also läuft das Dokument ungeprüft durch. Ein Absender, der das als Bestätigung liest, hat seine eigene Kontrolle abgeschaltet, ohne es zu merken.

Warum EXTENDED nicht geprüft wird

Es steht im Dokument selbst. Jede E-Rechnung trägt eine Kennung dafür, nach welchem Regelwerk sie gebaut ist, und die von EXTENDED endet auf #conformant#, nicht auf #compliant#. Das ist kein Versehen: EXTENDED liegt bewusst außerhalb des EN-16931-Kerns, damit es Felder tragen kann, die die Norm nicht vorsieht.

Im B2B ist das zulässig. Die deutsche E-Rechnungspflicht akzeptiert EXTENDED zwischen Unternehmen. Nur ist die Datei damit keine XRechnung — und ein Rechnungseingangsportal der öffentlichen Verwaltung, das eine XRechnung erwartet, weist sie zurück.

Was Sie wählen sollten

EmpfängerWählenWarum
Behörde (B2G)XRechnungDas Einzige, was ein Verwaltungsportal sicher annimmt und was der deutsche Prüfer vollständig auswertet.
Unternehmen (B2B)ZUGFeRD EN 16931 (Comfort)Entspricht dem Kern der Norm und ist damit prüfbar. Der Empfänger kann sie automatisch verarbeiten, ohne Ihre Sonderfelder zu kennen.
Konzern mit AbspracheExtendedNur, wenn der Empfänger es ausdrücklich verlangt und die Zusatzfelder auch liest. Rechnen Sie damit, dass kein Standardprüfer Ihnen dazu etwas sagt.

Wie Sie sehen, was Sie tatsächlich verschicken

Nicht am Namen im Auswahlfeld — der ist Marketing des Herstellers. Öffnen Sie das XML und lesen Sie die Kennung: in UBL cbc:CustomizationID, in CII ram:GuidelineSpecifiedDocumentContextParameter/ram:ID.

<!-- XRechnung 3.0 -->
urn:cen.eu:en16931:2017#compliant#urn:xeinkauf.de:kosit:xrechnung_3.0

<!-- reines EN 16931 -->
urn:cen.eu:en16931:2017

Steht dort #conformant# statt #compliant#, verschicken Sie eine Erweiterung und keine XRechnung. Fehlt die Kennung ganz, meldet der Prüfer BR-01.

Prüfen Sie eine Rechnung, die Ihr System heute erzeugt — der Bericht nennt Format, Profil und die Regelwerk-Fassung, gegen die geprüft wurde, und sagt ausdrücklich, wenn nicht geprüft werden konnte.