Umsatzsteuer-Kategorien und ihre 96 Prüfregeln

Fast ein Drittel des Regelwerks besteht aus Umsatzsteuer-Regeln, und es sind nicht 96 verschiedene Anforderungen. Es sind zehn Anforderungen, für neun Kategorien einzeln aufgeschrieben.

96 Regeln · Regelwerk v2026-01-31

Der Kategoriecode steht an vier Stellen

Jede Position (BT-151), jeder Abschlag auf Dokumentebene (BT-95), jeder Zuschlag (BT-102) und jeder Block der Steueraufschlüsselung (BT-118) trägt einen Kategoriecode. Es ist derselbe Code an vier Stellen, und er entscheidet, welche der Regelfamilien unten überhaupt greift.

Ein Dokument kann mehrere Kategorien gleichzeitig verwenden — eine Position zum Regelsatz, eine steuerfreie daneben. Dann greifen beide Familien nebeneinander, und die Aufschlüsselung braucht je Kategorie einen eigenen Block.

CodeBedeutungRegelfamilie
SRegelsatzBR-S
ZNullsatzBR-Z
ESteuerbefreitBR-E
AEReverse ChargeBR-AE
KInnergemeinschaftliche LieferungBR-IC
GAusfuhr ins DrittlandBR-G
ONicht steuerbarBR-O
LIGIC (Kanarische Inseln)BR-AF
MIPSI (Ceuta und Melilla)BR-AG

Zehn Positionen, neunmal wiederholt

Die Regeln jeder Familie sind durchnummeriert, und die Nummer bedeutet in jeder Familie dasselbe. Wer BR-S-09 verstanden hat, versteht BR-E-09 und BR-AE-09 auch — geprüft wird dieselbe Sache, nur für eine andere Kategorie.

Zwei Familien fallen aus dem Raster: BR-IC hat zwölf Regeln und BR-O vierzehn, weil innergemeinschaftliche Lieferung und Nichtsteuerbarkeit zusätzliche Bedingungen mitbringen — etwa dass eine nicht steuerbare Rechnung keine anderen Kategorien enthalten darf.

NummerWas geprüft wird
-01Die Kategorie muss in der Steueraufschlüsselung (BG-23) auftauchen
-02Eine Position dieser Kategorie verlangt eine Steuerkennung des Verkäufers
-03Dasselbe für einen Abschlag auf Dokumentebene
-04Dasselbe für einen Zuschlag auf Dokumentebene
-05Der Steuersatz der Position (BT-152)
-06Der Steuersatz des Abschlags
-07Der Steuersatz des Zuschlags
-08Die Bemessungsgrundlage (BT-116) als Summe der Beträge dieser Kategorie
-09Der Steuerbetrag (BT-117) aus Bemessungsgrundlage und Satz
-10Ob ein Befreiungsgrund (BT-120/BT-121) erlaubt oder verboten ist

Woran es praktisch scheitert

Der häufigste Fehler ist gar keiner aus dieser Liste, sondern eine Verwechslung davor: Systeme unterscheiden Steuersätze über den Prozentsatz, nicht über die Kategorie. Dann steht 0 % für steuerfrei, innergemeinschaftlich, Reverse Charge und Ausfuhr gleichermaßen — vier Kategorien, ein Wert, und die Regeln der falschen Familie greifen.

Der zweithäufigste betrifft die Position -10. Bei E, AE, K, G und O verlangt oder verbietet die Norm einen Befreiungsgrund, und zwar je Kategorie unterschiedlich. Ein pauschal gesetzter Freitext fällt deshalb bei manchen Kategorien durch und bei anderen nicht.

Die Positionen -08 und -09 sind Rechenregeln und verhalten sich wie BR-CO-17: Bemessungsgrundlage je Kategorie bilden, daraus einmal die Steuer rechnen, nicht umgekehrt.

Alle 96 Regeln

Nach Kategorie gruppiert, mit dem offiziellen Regeltext.

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